Geschichte

… oder etwas zähes Geblogge mit Augenzwinkern – as you like it.

Die Wurzeln

Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre: Einer der typischen Hobby -auf- Beruf – Übergänge der damaligen Zeit. Schon in frühester Jugend mit 8-Bit Maschinen experimentiert. Ungefährer, damaliger Stand der Technik: 4,77 MHz Taktfrequenz, Röhrenmonitore in 14 Zoll, Matrixdrucker, Big-Tower Gehäuse. Die ersten CD Recorder im 5,25″ Rastermaß kosteten über 1000 DM, Komplettsysteme locker das 4-fache ohne Soundkarte. Die gab’s (im ISA Format) für ca. 200 DM on top. Eine Speicherweiterung von 4 auf 12 MB (ja, wirklich: Megabyte) kostete zusätzlich 800 DM. Netzwerk ? 500 DM für eine ISA Karte mit BNC Verbinder, 10 MBit Durchsatz….. Thinnet, Tokenring, Dropkabel – alles mausetote Begriffe heute.

Verqualmte Büros, deren Lamellenvorhänge man 1:1 in der Pfeife rauchen konnte. Da drin standen dann solche Syteme, und davor saßen unfassbar wichtige Leute mit wenig Ahnung und großem Ego, Schulterpolstern im Sakko und an den Wänden hingen Kunstdrucke von Kandinsky. Die richtig wichtigen Leute hatten Aktenkoffer mit schwarzem oder burgunderfarbenem Kunstleder und goldenen Zahlenschlössern. Die standen dann häufig offen herum und in den solcherart zur Schau gestellten Innenfächern steckten Disketten im 5.25 Zoll Format. Admins dachten beim Stichwort Cloud eher an das unerträgliche Zwitschern der Vögel unter einem blauen Sommerhimmel denn an das, was wir heute darunter verstehen. – Ja, so schön ist Folklore 😉

Been there, done that – es gibt nur wenige technische Umwälzungen von denen ich persönlich behaupten könnte, sie nicht begleitet zu haben. Und nur wenige Dinge, von denen ich behaupten könnte, sie nicht erlebt zu haben.

Unvergessen auch jener Mensch, der in 2005 sein ein Smartphone der allerersten Generation bekam und dachte, die Schutzabdeckung vor der Optik der Kamera sei der Reset-Knopf, und diesen mit dem Stylus kurzerhand durchstach …. oder jener Mensch, dessen baugleiches Gerät (Slider) nicht mehr aufzuschieben war, und dieses kurzerhand mit einem Schraubenzieher aufbrach. Und anschließend Garantie-Ersatz verlangte, weil er diesen Schaden am Gerät verursachen musste, weil ihn das Gerät dazu gezwungen habe. – Admin, mach mal, wofür bezahl ich Dich.

Ich weiß, wie ein halbes Mettbrötchen nach 4 Wochen hinter der Lüftungsöffnung eines Sekretärinnen-PCs aussieht (und riecht – weil es der „Geruch aus dem PC war“, weswegen ich gerufen wurde ). Ich habe Anfang der 00er Jahre von altgedienten kaufmännischen Sachbearbeiter*innen Prügel angedroht bekommen als wir NT-Admins denen damals ihre IBM Selectric Kugelkopf-Schreibmaschinen „weggenommen“ haben. Ich erinnere noch heute den quietschenden Plattformwagen voller grützegrüner und weinroter und mausgrauer Selectrics, die man alleine kaum tragen konnte.

So ändern sich die Zeiten ( und die Vergangenheit malt oft mit goldenem Pinsel ).

2016

Ein gutes Vierteljahrhundert in der technischen IT verbracht, und in 2016 – nach der vorstehend skizzierten, gefühlt ewig dauernden technischen Ära – erfolgen erste vorsichtige Schritte auf dem noch neuen Boden der beruflichen Selbständigkeit mit neuem Focus als Datenschützer | Gutachter | Trainer. Das Gefühl kennt jeder, der aus warmen Schuhen und Socken heraus jemals barfuß einen nassen und kalten Fliesenboden betreten hat. Es erfolgt der mehrmonatige Datenschutz-Fachkundeerwerb im Bereich des betrieblichen Datenschutzes beim TÜV Rheinland in Mülheim an der Ruhr. Ferner Erwerb erster Weihen im Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2015.

2017

Es erfolgt der Beitritt zu einem Gutachter- und Sachverständigenverband und die Ausbildung im Handwerk eines Gutachters. Erste Aufträge als solcher bringen die Erkenntnis mit sich: Sage nicht immer alles, was Du weißt, aber wisse stets, was Du sagst. Immer noch gibt es Restaktivitäten aus alten IT-Zeiten, und es fällt mir mehr als nur einmal schwer, bestimmten anfragenden Weggefährten klarmachen zu müssen, daß ich mich nicht mehr um bestimmte Themen kümmere. Lessons learned: Abgrenzung ist wichtig.

Es erfolgt die Herrichtung von bescheidenen Büroräumen. Erste Engagements als Datenschutzbeauftragter und die Erkenntnis: Ohne professionelles Selbstmanagement ist kein Datenschutzmanagement beim Kunden machbar. Ich kippe den Wein aus der Wasserflasche auf den Boden und gehe ans Werk.

2018

Im Frühjahr erfolgt der Beitritt zum Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands e.V. Die ersten Fortbildungen auf der Basis des in Mülheim erlernten geben einen Eindruck davon, was da losmarschiert. Ab März 2018 steigen die Anfragen im Bereich Datenschutz wegen der DSGVO quadratisch, ab April steht das Telefon von morgens bis Abends nicht mehr still. Der (kurze Zeit später eingestellte) Bernhard Schuhmann hat ein Vorstellungsgespräch, welches ständig vom Klingeln des Telefons unterbrochen wird. Ich fühle mich von der DSGVO gemobbt.

Bernhard legt beim TÜV Rheinland aus dem Stand eine Abschlussprüfung zum Datenschutz-Auditor mit 90% auf die Bretter und steigt im Herbst in Vollzeit ein, da ich zusehends mit Geschäftsleitungs- und -entwicklungsthemen beschäftigt bin. 2018 bringt im Bereich des Datenschutzes einen kreuzsoliden Kundenstamm. Zeitweise wissen wir kaum, wo uns der Kopf steht, da auch noch Gutachteraufträge dazukommen und sich die Folgebetreuung aus den 2017er Projekten dazugesellt. Ab Herbst sind wir Vollmitglied beim Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft. Es ergeben sich (so und so) interessante Kooperationen mit Systemhäusern. Es erfolgen im Herbst erste Schritte in Richtung Geschäftsprozessentwicklung (BPM). Die kirchliche Rechtssystematik im Datenschutz nach evangelischer, katholischer und ordenrechtlicher Norm findet Eingang in das Beratungsportfolio. Im Bereich des Gutachterwesens beschließe ich das Jahr mit der Erkenntnis: Es gibt nichts, was es nicht gibt, und ja – Geschichte wiederholt sich deshalb, weil beim ersten Mal keiner zuhört.

2019

Im Frühjahr entstehen die ersten Ergebnisse unserer Prüfmechanismen und Audit Templates, die seit Herbst 2018 in der Entwicklung waren. Was bisher mit Excel und Diffs geprüft wurde, wird nun durch elaborierte Routinen mit Fehlerkontrolle und Rücküberprüfbarkeiten bis auf die kleinste Schraube auseinandergenommen. Gleiches gilt für die Auditierungsmechanismen bis ins letzte Glied der Verarbeitungskette.

Im März erfolgt im Rahmen weiterer Professionalisierung die Gründung der JONETAT Mittelstandsberatung GmbH mit Sitz Großostheim und die damit verbundene Reorganisation des Betriebs. Mit vorsichtigen Schritten entwachsen wir den Kinderschuhen, will sagen unserer Großostheimer Keimzelle des heißgeliebten (sic!) Souterrainbüros: Im Juni August erfolgt der Umzug und die Sitzverlegung der GmbH in neue, helle und freundliche Büroräume im hessischen Rodgau. Endlich mehr Platz 🙂

Ab Spätsommer 2019 verstärkt uns Kristina Schuran im Bereich des betrieblichen Datenschutzes nach DS-GVO / BDSG und Qualitätsmanagement / BPM nach ISO 9001.

Wir sind auf der Suche nach dem vierten Teammitglied – es bleibt spannend, mit vielen neuen Entwicklungen in der Pipeline – stay tuned.